Profi-Springen

Die meisten Prüfungen bei den Munich Indoors drehen sich um die Kunst des Springreitens: das Überwältigen der bunten Stangen, die schnellste Zeit und die engsten Wendungen.

Der Große Preis geht nach Bayern

Die Stimmung in der Olympiahalle ist zum Bersten gespannt, als Chacon und Maximilian Schmid zum letzten Sprung abheben. Chacon zieht seine Vorderbeine ein und macht keinen Fehler. Als er durch die Ziellinie läuft, explodiert die Halle förmlich und feiert den jungen Reiter aus Bayern, der den Großen Preis gewonnen hat.

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Maximilian Schmid und sein Chacon haben den Großen Preis nach Bayern geholt. ©M94.5/Elisabeth Pohl

Doch dabei vergisst der Reiter nicht, wem er seinen Triumph zu verdanken hat. Als er zur Siegerehrung einreitet, zeigt er auf sein Pferd Chacon. Als dieser im Alter von sechs Jahren zu seinem Reiter kam, war er noch ziemlich schreckhaft. Doch mit der zunehmenden Turniererfahrung wurden die beiden immer besser: „Jetzt ist er auf seinem Höhepunkt, würde ich sagen – auch vom Alter her, er ist zehn Jahre alt, das ist das beste Alter. Ich hoffe, dass er mir noch lange erhalten bleibt und dass ich noch weitere Erfolge mit ihm einheimsen kann.“

Interview mit Maximilian Schmid

The winner takes it all: Marcus Ehning sahnt ab

Im Großen Preis hatte er zwar einen Fehler, dafür konnte er aber die Endwertungen sämtlicher Turnierserien für sich entscheiden: die Springreiterlegende Marcus Ehning. Am Sonntagabend gewann er sogar noch die Riders Tour, wodurch ihm der Titel „Rider of the Year 2016“ verliehen wurde. Für diese Auszeichnung konnten die Profis in sechs Etappen Punkte sammeln – München war die letzte Station. 

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André Thieme, Marcus Ehning und Philip Rüping freuen sich über ihre neuen Autos. ©M94.5/Elisabeth Pohl

Für ihn und seine Kollegen André Thieme und Philip Rüping auf Platz zwei und drei gab es einen ganz besonderen Ehrenpreis: einen neuen Maserati Ghibli. Nach der obligatorischen Sektdusche traten die drei vor den Augen des Münchner Publikums die erste Probefahrt an, so rasant, dass die neuen Autos auch um ein Haar gleich wieder gecrasht worden wären. „Dass es ein schnelles, schönes Auto war, wusste ich vorher. Aber nach der ersten Runde war ich doch sehr beeindruckt, wie viel PS dahinter stecken“, gab der frisch gebackene Maserati-Besitzer zu. Nur sein Beifahrer war nicht ganz begeistert von der Testrunde mit dem Flitzer.

Springen und gewinnen: Die jungen Wilden

Schnell waren aber nicht nur die Autogewinner, sondern auch die neue Generation der Springprofis. Gleich drei junge Reiter ließen die Springelite im Championat von München hinter sich. Johan-Sebastian Gulliksen, Jan Wernke und Christian Kukuk machten die vorderen Ränge unter sich aus.

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Johan-Sebastian Gulliksen und Charleville. ©M94.5/Elisabeth Pohl

„Es ist sehr aufregend, die Leute zu besiegen, zu denen ich immer aufgeschaut habe. Es ist sehr speziell, aber ich muss sagen, es fühlt sich gut an“, meinte der norwegische Sieger Johan-Sebastian Gulliksen mit einem Lächeln im Gesicht. Dabei ist er von der Weltelite gar nicht so weit entfernt: Sein Vater Geir Gulliksen bekam schon Team-Bronze bei den Olympischen Spielen und seine Schwester Victoria ritt ebenfalls bei den Munich Indoors mit.

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